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    Montag, 5. November 2018
    Wmdedgt 11/2018

    (Was Wmdedgt ist und die übrigen Beiträge dazu finden Sie, wie immer, hier, bei Frau Brüllen.)

    Der Tag begann früh, sehr früh, nämlich gegen 3 Uhr mit Wachliegen wegen Schulterschmerzen. Woher - keine Ahnung, aber Herumwälzen brachte keine Erleichterung. Irgendwann beschloss ich, dass ich dann eben Schulterschmerzen habe, unabänderlich und kein Grund, sich ständig neu zu positionieren. Ist halt so. Darüber schlief ich wieder ein und morgens war alles gut.

    Dennoch war es morgens um 6 gefühlt früher als sonst morgens um 6. Sehr unangenehm. Aber trotzdem wurden wir alle rechtzeitig mit allem fertig und ich brauch mit Herrn N gegen 8 Uhr zum Arzt auf und von dort dann weiter ins Büro.

    Im Büro kam ich zunächst einmal gar nicht an meinem Arbeitsplatz an, denn es war ein Gast aus New York eingetroffen und dessen Ansprechpartnerin unauffindbar. Also trank ich mit ihm Kaffee, wir schauten von oben auf die zahlreichen Baustellen in der Innenstadt und er erzählte mir allen möglichen Entwicklungen aus dem Mutterhaus.

    Etwa eine Stunde später (viele Baustellen, viele Entwicklungen), landete ich dann doch endlich am Schreibtisch aber noch bevor der Rechner komplett hochgefahren war, schlenderte der Oberchef vorbei uns sagte "Also, wenn wir dieses Jahr noch über XY sprechen wollen, dann müsste das heute sein, genau gesagt in spätestens einer halben Stunde." XY ist jährlich wiederkehrendes, komplexes und streitträchtiges, aber unausweichliches Thema und über die Jahre hat der Oberchef dazu seine Zermürbungstaktik durch ständige Terminabsagen, -verschiebungen und -abbrüche perfektioniert - so dass ich dieses Jahr beschlossen hatte, XY einfach totzuschweigen, bis er es von selbst auf den Tisch bringt. Also sagte ich: "XY in einer halben Stunde?? Da bin ich jetzt aber unvorbereitet!" und zog dann meine Unterlagen, die ich seit mindestens August hege und pflege und seit ungefähr Mitte Oktober alle paar Tage minutiös aktualisiere und mir vergegenwärtige aus dem Schrank.

    Nach einiger Zeit lockerte der Oberchef seine Krawatte und ich antwortete sieben mal auf "reicht das jetzt?" und "Sie machen wohl Witze!" einfach "Nein" und dann war alles unterschrieben, schnell wie nie (ok, immerhin 5 Stunden, aber sonst zog es sich über Tage) und zu meiner äußersten Zufriedenheit.

    ("Nein" ist ein sehr schönes und sehr wirkungsvolles Wort.)

    Dann schaute ich noch einem anderen Bereich vorbei, der diese Woche oder länger zur Hälfte wegen Krankheit ausfällt, aber dort sortierte ich nur ein paar Dinge und klärte Verantwortlichkeiten und mehr wurde von mir nicht benötigt.

    Auf dem Heimweg ging ich noch einkaufen und musste sehr an mich halten, im Supermarkt nicht einfach alles, was da lag aufzuessen. Eine Mahlzeit hatte bis dahin nämlich noch nicht für mich stattgefunden. Ein kleines Marzipanbrot brachte mich dann tatsächlich noch nach Hause.

    Dort einen Moment Couch, dann Sachen verräumen, Tablette in die Katze (im ersten Versuch, yeah!), Elterntelefonat, Abendessen.

    Jetzt müde.

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