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    Mittwoch, 30. März 2016
    Diskussionslos: Studien-/Weiterbildungsbemühungen

    Besonders: wie lässt sich das in den Alltag integrieren (also: neben dem Job)

    Hmhm.
    Also, ich habe eine sogenannte "Aufstiegsfortbildung" gemacht. Weil ich wegen Job und Kind und allgemeiner Organisation nicht mehrere Abende pro Woche oder Wochenenden pro Monat Kurse besuchen wollte, war das ein Fernlehrgang. Der Fernlehrgang schloss mit einem Zertifikat des Lehrgangsanbieters ab, das aber - das möchte ich gleich dazu sagen - nichts wert ist. Darüber hinaus bereitete der Lehrgang auf eine externe Prüfung vor, die auch anerkannt ist. Ausgelegt war das Ganze auf 1,5 Jahre und dann noch grob ein halbes Jahr Prüfungzeitraum (mündlich/schriftlich) und Arbeit schreiben.

    Zur Alltagsorganisation: Hmhmhmhm. In diesem Zeitraum, also den 1,5 plus 0,5 Jahren, sollte man mit einem wöchenlichen Arbeitsaufwand von 10-15 Stunden rechnen. Ein Klacks, fand ich, schließlich fahre ich ja allein schon 30 Minuten täglich Bahn und dann die restliche 12,5 Stunden pro Woche irgendwo aufzutun kann ja wohl kein Problem darstellen. Ich erwartete also freudig die Unterlagen, erstellte einen Plan, die erste Woche lief super, nach der zweiten Woche modifizierte ich den Plan, nach der dritten auch, dann eigentlich wöchentlich, ich war deutlich mehr mit Modifizierungen des Lernplans beschäftigt als mit dem Lernen selbst. Begonnen hatte ich im Februar, im April war ich mit den Lernelementen für Februar durch, im Mai und Juni machte ih wohl auch noch irgendwas. Plötzlich war Sommer und Sommerurlaub und ich vergaß die Fortbildung komplett. Ich erinnere mich an diesen Moment, als ich mit Frau Fragmente im Auto saß und wir zu einem netten Abend nach Wiesbaden fuhren und sie mich nach meiner Fortbildung fragte und ich mir dachte "Oh Gott!! Da war doch was!!" Das war so im September.

    Vermutlich wäre das ein sinnvoller Zeitpunkt gewesen, das alles an den Nagel zu hängen. Nur hatte ich mit dem Oberchef ausgehandelt, dass der Arbeitgeber den finanziellen Aufwand trägt und ich den zeitlichen und intellektuellen. Bezahlt war das Ganze bereits, ich sah das Gespräch, in dem ich meinen Teil der Vereinbarung aufkündige, in keiner Realität vor meinem geistigen Auge. Also machte ich einen neuen Plan. Im Oktober. Um ganz sicher zu sein, dass ich diesen Plan auch einhalte (und natürlich hauptsächlich, um ein Ende der misslichen Situation herbeizuführen), meldete ich mich einfach auch schon zur Prüfung an und zwar zu einer ein halbes Jahr früheren als eigentlich geplant, nämlich April statt September. Ich funktioniere am allerbesten unter Druck, also befasste ich mich ab etwa November tatsächlich mit dem Lernstoff, in so gut wie jeder freien Minute, ich war wirklich enorm fleißig in meinen freien Minuten. Nur hatte ich im November und Dezember so gut wie keine freien Minuten, weil ungefähr zu dieser Zeit mein Job vom Umfang her explodierte. Das war ein bisschen Pech.

    Allerdings war es vielleicht auch ein bisschen Glück denn von den Überstunden, die ich von Oktober bis Februare ansammelte, konnte ich einfach den März und halben April bis zur Prüfung hin freinehmen. Ich habe dann einfach das Zeug der 1,5 Jahre in diesen 6 Wochen gelernt, jeden Tag von morgens 8 bis nachmittags 17 Uhr, am Küchentisch. Das hat dann alles sehr gut funktioniert und die Prüfungen waren kein Problem, denn ich mache Dinge wirklich am liebsten anfallsartig. Mich reizen diese kleinen, wohldosierten Häppchen nicht, mögen Sie lerntheoretisch auch noch so sinnvoll sein. Ich will mich in Sachen vergraben und erst Stunden später zerzaust wieder daraus hervortauchen. Und ich glaube, dass ich bei Themen den großen Bogen besser sehen kann, wenn ich Meilen mache als wenn ich hier ein Schrittchen tue und dort. Bei kleinen Einheiten erscheinen mir alle gleich wichtig, wenn ich komplett eintauche, merke ich schon sehr genau, wo die Relevanz liegt.

    Die Frage nach der Integration des Lernens in den Alltag ist also eine durchaus berechtigte - die wirkliche Herausforderung bei Weiterbildungen scheint mir insgesamt nie eine intellektuelle, sondern immer eine rein organisatorische zu sein - aber ich kann sie leider nicht beantworten. Ich habe das nicht hinbekommen.

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