Donnerstag, 19. März 2009
Sehr extrem nervt mich übrigens dieses vorgefertigte:

"Mit freundlichen Grüßen / With kind regards"

unter Mails.

Kann ich nicht erwarten, dass unter einen Text an mich auch noch eine Abschiedsformel an mich getippt wird? Schließlich hat man auch bei persönlichen Treffen kein kleines Klappschild mit der Verabschiedung dabei, das bei Bedarf hochgehalten wird.

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Mittwoch, 18. März 2009
  • Warum empfange ich Radio, wenn ich Boxen ans Klavier anschließe?
  • Was kann man wirklich Leckeres aus Brokkoli machen?
  • Wann werde ich es schaffen, mit der Freundin, bei der seit Herbst immer jemand krank ist, ins Kino zu gehen?
  • Wieso nimmt jemand ein beinahe schon unangebracht gutes Angebot nicht an sondern wählt die ungünstige Alternative und ist dann schwer gekränkt?
  • Weshalb gelingt es mir nicht, die Lebensdauer von Feinstrumpfhosen an meinen Beinen über einen Tag hinaus zu verlängern?
    Wozu möchte jemand zwei identische Kaffeetassen zweifelsfrei unterscheiden zu können?
(Kommense, zumindest zum allerersten gibt es doch sicher eine sinnvolle Erklärung!)

Im Gegenzug habe ich heute aber auch diverse Fragen aus dem Stehgreif kompetent beantwortet, nämlich:
  • Wo ist die Waldstraße?
  • Was für eine Briefmarke muss auf ein Paket?
  • Wo ist hier ein Eiscafe?
  • Fährt die Bahn zum Hauptbahnhof?
  • Was für eine Fahrkarte brauche ich zum Flughafen?
  • Wieviel sind 20% von 7,99? (Mein persönlicher Favorit! Dicht gefolgt von:)
  • Was für eine Creme kann ich gegen die Altersflecken auf den Händen nehmen?
  • Wie spät ist es?
Das alles binnen 20 Minuten. Ich scheine leicht verkatert besonders zugänglich zu wirken.

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Samstag, 7. März 2009
Warum sind diese Anti-Hundekacke-Schilder an Hauswänden eigentlich immer auf Augenhöhe der Hunde angebracht? Glaubt irgendwer, dass die Viecher lesen können? Oder dass der Halter auf Augenhöhe mit dem Hunde den potentiellen Pinkelplatz auf Tauglichkeit inspiziert?

Hm?

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Dienstag, 10. Februar 2009
Heute morgen in der S-Bahn saß ich auf der Terroristenbank. Die Terroristenbank - für diejenigen, die es wider aller Wahrscheinlichkeit nicht wissen sollten - ist natürlich die Bank ganz hinten im Wagen, die durchgehende. Genau wie die hinterste Reihe im Bus oder der letzte Waggon einer Straßen- oder U-Bahn das Terroristenabteil bildet. So sagte jedenfalls der Vater meiner Freundin - den ich übrigens Onkel nannte, das war damals so - immer, wenn wir abendlich das Haus verließen: "Aber fahrt nicht im Terroristenabteil!" Darauf schien sich die Besorgnis ob unserer Umtriebe zu begrenzen und der dazugehörigen Tante, der viel weitreichendere Gründe einfielen, sich um den Schlaf zu bringen, begegnete er mit den zwei weiteren Kernstücken seiner Lebensphilosophie: "Et is wie et is" und - unsere besondere Zustimmung findend - "Lasse hüppen..."

Ich fuhr nun jedenfalls auf der Terroristenbank und mir gegenüber saß ein hochgewachsener älterer Herr, der mit gesenktem Kopf in der Zeitung las. Immer wieder fiel mein Blick auf ihn, denn er erinnerte mich in sehr nachdrücklicher Weise an jemanden, den ich vor, ach, 13 Jahren oder so kannte, nur war der Mann in der Bahn nicht nur 13 sondern eher 50 Jahre älter, sah aber genau so aus, wie meine Bekanntschaft es mit Mitte siebzig tun würde - wenn sie Glück hat. Sogar Gestik und Mimik schienen mir so ähnlich, dass ich ganz verwirrt war und schließlich - um auszuprobieren, ob ich einer Zeitschleife oder einem ganz merkwürdigen Zufall gegenübersitze - sagte ich leise: "Klaus?" [Name geändert oder auch nicht, warum werden Sie noch sehen.].

Zumindest wollte ich das leise sagen, meine Stimme funktionierte aber nicht wie gewohnt, es war ja noch früh, und es kam kein Ton heraus. Also versuchte ich es nochmal, und dann nochmal, und plötzlich hatte ich unwillkürlich in variierenden Stimmlagen "Klaus-Klaus-Klaus-Klaus" gesagt, so in etwa wie man "Test-Test-Test-Test" in ein Mikrophon spricht. Naja, es war ja auch ein Test.

Die gesamten Terroristenbank sah mich an; nur der vermeintliche Zeitschleifenklaus blieb in seine Zeitung vertieft. Mir wurde warm im Gesicht, und ich wollte gerade etwas von Headset murmeln und mich wichtig an meinem MP3-Player zu schaffen machen, als mein Blick noch an dem Mädchen drei Plätze neben mir hängen blieb, das - hier wird es etwas skurril - einer weiteren Bekannten äußerst ähnlich sah, nur so, wie diese vor 13 Jahren aussah, mit Dauerwelle und allem drum und dran, so dass ich statt "Headset" zu murmeln völlig entgeistert "Claudi??" [hier wird nun die Sache mit dem Namen klar] sagte. Und dann antwortete die Frau direkt neben mir, die etwas komisches Blau-Weißes strickte und einer früheren Arbeitskollegin ähnelte (die aber ganz anders hieß): "Ja? Ich wusste doch, dass ich Sie irgendwoher kenne!?"

Ich sah mich weiter um, entdeckte auf der Terroristenbank (mit etwas gutem Willen) noch einen Doppelgänger meines Hauptfachprüfers, den eines ehemaligen Schülers und zwei Personen, die ich gerade nicht zuordnen konnte, was aber nichts heißen muss. Ich stieg eine Station früher aus.

Vielleicht hat der Onkel genau so etwas im Kopf gehabt, als er uns damals so nachhaltig vor dem Terroristenabteil warnte, und wir haben ihn nur all die Jahre missverstanden indem wir von einer merkwürdig-überzogenen Elternbesorgnis ausgegangen sind. Leider kann ich ihn nicht mehr fragen.

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Dienstag, 3. Februar 2009
Nachdem ich im Erstversuch 57% erreichte und erstmal muksch war, wiederholte ich ein Jahr später den Test des Rechschreibtrainers und erreichte immerhin sagenhafte 58%. Unwillig, weitere zweiundvierzig Jahre zu warten bis ich allein durch zunehmende Altersweisheit Perfektionslevel erreicht habe, absolviere ich nun doch einmal das Programm, das mich durch die Schwerpunkte Groß-/Kleinschreibung, Getrennt-/Zusammenschreibung, Wörter mit Bindestrich, Laute und Buchstaben sowie Worttrennung am Zeilenende und Kommasetzung führen wird.

Wir befinden uns nun etwa in der Mitte des zweiten Themenblocks. Festzustellen an mir ist dank (Nomen als Präposition) dieses Programmes bisher eine Übersensibilisierung bezüglich Zahlen (unter einer Million klein, außer sie werden als Nomen gebraucht und bezeichnen eine Ziffer) und Farben (nach einer Präposition groß), eine ganz neue Facette der Schreibhemmung durch ständiges Abgleiten (Nominalisierung, groß) auf die reine Grammatikebene und der begründete Verdacht,dass dieses Programm Schuld (Nomen, groß) hat oder schuld (durch Verbindung mit "sein" Adjektiv, daher klein) ist, dass ich dem Nächsten (groß, auch wenn das sehr biblisch wirkt), der mir verkündet, sein Job würde ihn kaputtmachen freudestrahlend mitteile, er könnte dies immerhin zusammen oder getrennt schreiben, ganz nach Belieben, da es sich um eine resultative Adjektiv-Verb-Verbindung handelt...

[Nachschlag: sollte der Job Sie total kaputt machen, ist das so arg, dass es dann schon wieder drei Wörter rechtfertigt, ganz ehrlich!]

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Samstag, 31. Januar 2009
Heute war ich einkaufen, in Begleitung, und zwar in Begleitung eines 85x85cm großen gerahmten Tuches mit indischer Stickerei. Wenn Sie mal wieder mit richtig vielen fremden Leuten sprechen möchten, kann ich Ihnen diese Vorgehensweise wärmstens ans Herz legen.

Erstaunlicherweise ließen sich die Begegnungen klar in zwei Gruppen teilen: Die Herren waren freundlich-interessiert, machten mehr oder weniger spaßige Späße, fragten nach Herkunft des Objekts, nach Bedeutung und Preis. Die Damen hingegen waren durchweg genervt und fragten gar nichts außer "Müssen Sie Samstags unbedingt mit so einem Ding in die Läden??" Eine Antwort hat keine abgewartet, man rauschte weiter. Falls eine derjenigen hier lesen sollte, so sei noch gesagt: nein, ich muss das natürlich nicht, ich wollte einfach nur.
Verwunderlich jedenfalls, dass sich das so klar aufteilen ließ. Neben dem Gedanken an Kollektiv-PMS oder einen grauenhaften Zufall würde mich interessieren, ob ein Herr, der in Bildbegleitung einkauft, genau die umgekehrte Erfahrung macht. Könnte das mal jemand ausprobieren und mir berichten? Herzlichen Dank.

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