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Sonntag, 13. Januar 2013
Blogging November - 437

Wenn Frau Herzbruch und ich gemeinsam eine Veranstaltung besuchen, ist die Unterhaltung nicht immer so wie erhofft. Das muss man nach dem heutigen Abend wohl sagen. Wir gehen zum Glück gar nicht oft gemeinsam zu Veranstaltungen, meistens sitzen wir am Küchentisch, essen, trinken und reden und machen nebenher was im Internet oder machen was im Internet und reden nebenher. Einmal waren wir allerdings bei Jesper Juul, was eine Katastrophe war, wir mussten hinterher erstmal was trinken gehen. Heute waren wir bei einem Theater mit Essen und das Essen war super, die Getränke auch, insofern sitzen wir nun am Tisch und verarbeiten den Rest.

Zugegeben: der weit überwiegende Teil, ungefähr 46 von 50 Personen, hat sich köstlich amüsiert, ist mitgegangen, hat gelacht, geklatscht, gejohlt. Nur Frau Herzbruch und ich nicht - ich habe mir erst die Leute angeschaut, verständnislos bis amüsiert-gerührt, dann habe ich Frau Herzbruch in ihrer wachsenden genervten Versteinerung beobachtet und überlegt, woher ich bloß die andere Frau mit ihrem Mann, die beide nicht so mitgerissen waren, kannte. Ich habe es noch immer nicht herausgefunden, Sprechstundenhilfe oder vielleicht auch irgendwas, das mit dem Kind zu tun hat, aus einem dieser Zusammenhänge kenne ich sie, irgendein Zusammenhang, in dem man kompetent-entschlussfreudig und ein wenig distanziert erscheint. Irgendwann wird es mir einfallen.

Und warum hat es uns nicht gefallen? Ich überlege immer noch. Frau Herzbruch sagt: "Aus allen Gründen." Ich bin unschlüssig. Es ist nicht so, dass ich mich nicht manchmal über die flachesten Witze scheckig lachen könnte, wenn die Situation stimmt. Mein Amüsement muss nicht feinsinnig sein. Hierüber beispielsweise bin ich fast krepiert. Ich weiß es also nicht, vielleicht muss man das einfach so hinnehmen.

Aber eines Tages werden Frau Herzbruch und ich auch noch ein Unterhaltungsprogramm finden, bei dem wir nicht hinterher kopfschüttelnd vor Lachen auf der Straße zusammenbrechen, weil es alles so absurd war.




Heute vor zig Jahren:

In Deutsch streite ich mich mit dem Lehrer über eine Stelle in Don Carlos, in der zweiten Hälfte der Stunde hat dann aber der Referendar Lehrprobe und ich soll still sein. Die Stunde danach fällt aus und in Bio soll die Klassenarbeit besprochen werden, also gehe ich einfach nach Hause denn ich hatte ja eine 1, da muss ich nichts besprechen. Wir gehen einkaufen und danach zu Pe, dann fahre ich nach Hause und Pe fährt mit ihren Eltern zu einer Taufe. Gegen 13 Uhr gehe ich nochmal los, Haarspray kaufen und Briefe einwerfen, dann lese ich. Gegen 17 Uhr klingelte es und zu meiner Überraschung kam Sunny mit einer mir unbekannten Person zu Besuch. Es handelte sich um so einen Marco der mir sagte, er hätte einen Ruf als gefährlicher Schläger aber er sei gar nicht so. Er wirkte auch nicht sonderlich gefährlich, jedenfalls nicht, wenn man ständig einen Z auf den Fersen hat. Geistesgegenwärtig entfernte ich uns aber erst einmal alle aus unserer Wohnung, wir gingen dann in eine Kneipe zum Billiard spielen und Marco war sehr, sehr gut. Es stellte sich heraus, dass Marco gern Ah und Phil kennenlernen würde und mit Rob, also meinem "Zwillingsbruder" in einer Klasse war, bis er sitzengeblieben ist (Marco, nicht Rob). Wir gingen dann zu Marco und er holte aus seinem Zimmer Geld und eine Baseballschläger und dann fuhren wir in die Stadt. Dort trafen wir den Scooterboy, den wir neulich schonmal gesehen hatten, er heißt Steve. Wir gehen in eine Kneipe und später kommen zwei extrem unsympathische Glatzen dazu, die auch beide an dem Tag da waren, als wir Z. kennengelernt hatten, nämlich der H. und der Sonderbare, und setzen sich zu uns. Ich denke die ganze Zeit, dass Steve die vielleicht näher kennt. Der Sonderbare setzt sich zu mir und sagt, dass wir ja Z kennen würden, was ja auch stimmt. Und dass Z Interesse an uns habe. Er war mir etwas unheimlich, so dass ich sagte, ich müsse mal telefonieren, und zu einer Telefonzelle ging und Pe anrief, um mit ihr zu beratschlagen. Sie empfahl mir, einfach nicht zurückzugehen, was ich auch tat, ich spazierte also durch die Altstadt Richtung Bahn, um nach Hause zu fahren. Plötzlich kam mir Marco entgegen und war beleidigt, dass ich einfach verschwunden war. Ich wollte ihm das alles nicht erklären und schlug vor, zur Disco zu fahren, er wollte noch die Leute aus der Kneipe holen aber ich stieg einfach in die Bahn und so kam er mit. Vor der Disco lernte ich noch einen weiteren Scooter nennen, den „Frosch“, der sehr nett war. Es war ganz lustig. Gegen 22:30 Uhr ging ich zur Tankstelle, wo ich Steve zufällig wieder traf. Während ich mich mit ihm unterhielt, gab es einen Skandal, nämlich hatte Marco 3 Bierflaschen geklaut und wurde erwischt und musste sie einzeln abgeben, als viertes zog er dann den Baseballschläger aus der Jacke und dann wurde die Polizei gerufen, alles sehr kompliziert und ich haute mit dem Frosch und Steve ab. Um 23:30 nahm ich die Bahn, vor meiner Haustür stand Marco und war schon wieder beleidigt, wir redeten noch ein bisschen, dass ich keine Lust habe, mit ihm viel zu machen, weil er mit komischen Leuten abhängt und anstrengend ist, und er wollte sich aber unbedingt öfter treffen.

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